Partner gesucht und vermittelt
ASU/BJU NEWS von Unternehmern für Unternehmer,
Autorin Kirsten Götze
Lange war es schick oder cool, Single zu sein. Es gibt Städte in Deutschland, wo nahezu die Hälfte der Bevölkerung alleinlebend ist. Doch der Trend verändert sich. Immer mehr Menschen suchen wieder nach Partnerschaft. Das jedoch ist leichter gesagt als getan, denn: Wie findet man einen Partner, eine Partnerin?
Die Online-Partnerschafts-Such- (oder Find-)Dienste wie friendscout24.de, flirtmaschine.de oder redseven.de haben enormen Zulauf, die Zeitungen sind voll mit Bekanntschaftsanzeigen. Männer, Frauen, Junge, Alte, Dünne, Dicke
- alle suchen und alles wird gesucht. Erfolg ziemlich unwahrscheinlich
- aber man kann sich Stunde um Stunde einbilden, chattend oder per Telefon viele "nette Menschen" getroffen zu haben.
Und dann gibt es da noch die guten Partnervermittlungsagenturen, etwas altmodisch auch "Eheanbahnungsinstitute" genannt. Auch in dieser Branche boomt die Nachfrage - im Spätsommer/Frühherbst sowieso. Denn dann haben es viele Suchende den Sommer über nicht geschafft, einen Partner zu finden, und hoffen, dank einer Agentur Weihnachten vielleicht doch nicht allein unterm Tannenbaum zu sitzen. Herbst, Weihnachten und Winter sind besonders traurige Zeiten für ungewollt Allein-Lebende. Zusätzlich hat der 11. September Gewissheit gebracht, wie schnell die Welt aus den Fugen geraten kann. Die Sehnsucht nach Zweisamkeit ist gestiegen. Was aber kann eine Partneragentur tun? Und vor allem: Wie kann sie helfen?
Die "NEWS" haben beim "Institut Regine Sabe - Kreis Kultivierter Unternehmer + Akademiker" in München nachgefragt:
Spürt man den neuen Trend zu mehr Zweisamkeit?
Kann ein Institut leisten, was viele Menschen allein offenbar nicht schaffen:
Partner zu finden? Natürlich hat uns auch interessiert, wie sich ein Institut dieser persönlichen Sehnsüchte annimmt.
Feinfühligkeit als Geschäftsgrundlage
Regine Sabe, (...) leitet ihr Institut seit mehr als sieben Jahren. Bevor sie sich selbstständig gemacht und ein Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeiterinnen auf die Beine gestellt hat, sammelte sie in einer anderen Agentur fast 20 Jahre jede Menge Erfahrungen in Sachen Partnerschaftsvermittlung. Sie hat einen Blick dafür entwickelt, auf die Menschen einzugehen, nimmt sich viel Zeit für die Gespräche, denn nicht jeder kann gleich sagen, wen genau er sucht, und was er selbst zu geben bereit ist. Man spürt auf den ersten Blick, dass sie mit ganzem Herzen an dieser Aufgabe hängt: Menschen zusammenzubringen. Und schon nach drei Sätzen über ihre Arbeit wird klar, dass das mit dem Zusammenbringen so einfach nicht ist - schließlich arbeitet im Hintergrund kein Zufallsgenerator oder jemand, der auf Gut-Glück die Interessenten-Karteikarten mischt.
Auch ich hatte, ehrlich gesagt, keine Vorstellung, wie viel Organisation einerseits und Feingefühl und Psychologie andererseits dazu gehören, Partnerschaftsvermittlung als seriöses Unternehmen zu betreiben.
Um alle Klischees aus dem Weg zu räumen: Wer in diese Agentur kommt, (.....) kann keineswegs in einem Katalog blättern und sich seine Traumfrau/seinen Traummann aussuchen. Im Gegenteil: Fotos bekommt man grundsätzlich nicht zu sehen. Regine Sabe sagt von sich, in dieser Hinsicht sei sie altmodisch. Was sie meint: Es ist ihr wirklich wichtig, die persönlichen Angaben absolut vertraulich zu behandeln, den Klienten eben keine Details voneinander zu erzählen oder Bilder zu zeigen. Auch öffentliche Werbung für ihr Institut oder gar Fotos von sich und ihren Klienten in den Medien käme für sie nicht infrage.
Vielmehr muss man zuerst von sich erzählen und sehr ehrlich einen Fragebogen ausfüllen: Wer man ist, welche Stärken und Schwächen man hat, wie man lebt, welchen Hobbies man nachgeht. Ihre Mitarbeiterinnen sind lebenserfahren
und zudem geschult darin, sich ein Bild vom Gegenüber zu machen. Zu erfragen, ob man wirklich einen Partner sucht und eine Partnerschaft leben will. Machos, die ein Abenteuer suchen, alte Männer, denen ein blutjunges Mädchen vorschwebt, oder Frauen, die einen besseren Chauffeur im Sinn haben, sind im Institut Regine Sabe an der falschen Adresse. Der zweite Schritt ist ein Fragebogen, mit dem man sich auf einer Skala von -3 bis +3 selbst einschätzen soll: Ist man eher unordentlich oder ordentlich? Bestimmt man gern selbst oder lässt man lieber über sich bestimmen? Fasst man schnell oder langsam Vertrauen zu anderen Menschen?
Diese Fragebögen werten Soziologen und Psychologen aus, mit denen Regine Sabe seit Jahren eng zusammenarbeitet. Die allerschwerste und verantwortungsvollste Arbeit haben dann wohl aber die Vermittlerinnen: Unter der großen Anzahl von Klienten müssen sie unter Zuhilfenahme des Persönlichkeitsprofils ein Gefühl dafür entwickeln, wer zu wem passen könnte. Müssen jemandem auch eine Dame oder einen Herrn nahebringen, obwohl er etwa von vornherein eine blonde Frau völlig ausgeschlossen hatte oder obwohl sie unbedingt einen Mann über 1,80 m kennen lernen wollte.
Selbstverständlich bekommt jede Dame, jeder Herr jeweils nur einen möglichen Partner vorgestellt. Die Agentur schickt gleichzeitig beiden das Exposé mit Adresse, Telefonnummer, Beruf, Interessen, Aussehen, Kurzbeschreibung der Person etc., vom anderen, so dass der/die sich ein genaues Bild von dem vorgeschlagenen Partner machen kann und weiß, zu wem er/sie Kontakt aufnimmt. Beide rufen sich an, verabreden sich und schicken diese Karte mit einer Information über den "Zwischenstand" zurück. "Schön ist, wenn auf der Karte steht: Er ist sooo nett" - wenn's aber nicht der richtige Partner war, bekommen beide Klienten einen weiteren Partnervorschlag."
Unternehmer und Akademiker als Zielgruppe
Die Zahl der Klienten der Agentur schwankt natürlich: Partner, die sich gefunden haben, fallen raus, neue Suchende kommen hinzu. Interessanterweise sind es nicht nur Ältere, die auf diesem Wege einen Partner suchen, vielmehr "gehören Menschen zwischen 22 und über 60 zu unseren Klienten", so die Agentur-Chefin.
Von Anfang an hat sie sich bei ihrer Vermittlung auf Unternehmer und Akademiker konzentriert. Der Vorteil dieser Bevölkerungsschicht liegt auf der Hand: Man weiß voneinander, dass der andere engagiert arbeitet. Keinem der Suchenden geht es um das Versorgt-Werden, und auch einen etwa ähnlichen Bildungsstand, zueinander passende Interessen kann man voraussetzen. Das wiederum trägt dazu bei, dass das Institut seit Jahren sehr erfolgreich arbeitet.
Eine Garantie freilich kann auch sie nicht übernehmen - aber wir schaffen die Möglichkeit, dass Menschen mit ähnlichem Background, Intellekt und Beziehungsvorstellungen sich überhaupt kennen lernen. Denn wo sonst soll ein vielbeschäftigter Unternehmer oder eine engagierte Ärztin heute hingehen, um vielleicht nach einem schweren Schicksalsschlag oder einer Scheidung eine neue Partnerin oder einen Partner zu finden? Kurschatten und Bar-Bekanntschaften sind schließlich nicht jedermanns Sache."
Partner auf CD-ROM?
Auch Partnerschaftsagenturen sind sicher für viele nicht der Weg, nach einem neuen Partner Ausschau zu halten. Aber zuverlässiger und seriöser als Blinddates mit Chat-Bekanntschaften sind sie allemal. Oder was halten Sie von neusten Trends, die einem etwa eine 62-min-CD mit Geräuschen eines fiktiven Mitbewohners offerieren, pfeifen, schimpfen und Zähne putzen inklusive? Oder von der Möglichkeit, für 60 Mark die Stunde einen Freund auf Zeit mieten zu können? Wenn das nicht absurd ist, dann ist es der Service einer feinfühligen Agentur erst recht nicht.


